Eichenzeller Wartturm

Beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer

 

Durch Corona kann der Eichenzeller Wartturm nicht in altgewohnter Weise geöffnet sein. Die damit verbunden Auflagen durch Corona lässt es nicht zu den Betrieb durch den Verein darzustellen, da viele der ehrenamtlichen Helfer zur Risikogruppe gehören.

Umso mehr freuen wir uns, dass wir den Platz auch dieses Jahr wieder bis Ende 2021 an Genuss ³, ein junges innovatives Unternehmen geführt von Patrick Bohl, verpachten konnten und der Betrieb an unserem so sehr geliebten Ausflugsort wieder läuft.

Ansprechpartner:

Michael Mayer
36124 Eichenzell
Tel: 0151 4019 3809
Email: wartturm@rhoenklub-eichenzell.de

 

Geschichte des Wartturms

Der Wartturm in Eichenzell wurde im 14. Jahrhundert im Altkreis Fulda zusammen mit noch acht anderen Türmen, die als Signaltürme zum Schutz für das nahegelegene Hochstift Fulda dienten, erbaut. Die Existenz eines neunten Turms auf dem Haimberg (zwischen Besges und Haimbach) wird vermutet. Bisher wurden noch keine Beweise für seine tatsächliche Errichtung gefunden, so dass es auch möglich ist, dass es insgesamt nur acht Türme gab.

Die „Eichenzeller Warte“ liegt auf einer günstigen Anhöhe und bietet einen herrlichen Blick in die Umgebung. Die Türme ähnelten sich im Aufbau und der Beschaffenheit. Der Einstieg befand sich sechs Meter über dem Erdboden und nur mit einer Leiter zugänglich. Der Eingang wurde trotz der Höhe noch mit einer dicken Eiche-Holztür verschlossen und die Leiter wurde wiederum genutzt um im im inneren vom Eingang zur oberen Plattform zu gelangen. Somit waren die Wächter seinerzeit vor den Angriffen der Feinde geschützt.

Mit der Verbreitung von Feuerwaffen ließen insbesondere die kriegerisch ausgetragenen Fehden zwischen der Fürstabtei und der umliegenden Ritterschaft nach. Damit verloren die Warttürme ihre Bedeutung. Heute sind es Baudenkmäler im Sinne des hessischen Gesetzes zum Schutz der Kulturdenkmäler.

Über sechs Jahrhunderte trotzte das Bauwerk allen Witterungseinflüssen und wurde nach dem zweiten Weltkrieg von vier Wanderfreunden Richard Bernhard, Ernst Kramer, Fabian Blum und Richard Schneider hergerichtet und gepflegt.

1966 wurde der Turm, der bis zu dieser Zeit dem Land Hessen gehörte, der Gemeinde Eichenzell übergeben. Die Gemeinde Eichenzell übergab den Wartturm daraufhin in die Obhut und zur Pflege und Unterhaltung an den Rhönklub-Zweigverein Eichenzell.

Der Rhönklub-Zweigverein Eichenzell erkannte die günstige Lage dieses Naturdenkmals und fasste den Entschluss, den Turm als Aussichtsturm der Bevölkerung zugänglich zu machen. 1967 begann man mit den Arbeiten. Es brauchte viel Zeit, bis man den Turm, der in einem Durchmesser von fünf Metern und einer Höhe von 13 Metern massiv zugemauert war, ausgehöhlt hatte.

Aber nicht nur der Ausbau des Turmes mit Plattform und Wendeltreppe aus Beton kostete viel Mühe und Schweiß, sondern auch die Anlagen um das Denkmal bedurften der sorgfältigen Planung. Im Zuge der Flurbereinigung hatte die Gemeinde Eichenzell mehrere 100 m² Land erworben, und man konnte damit beginnen, auf diesem Gelände Blumen und Sträucher zu pflanzen.

Es wurde ein Parkplatz geschaffen, der von einer harmonisch dazu abgestimmten Steingartenanlage umgeben ist. Der Zweigverein stellte Bänke auf, um die Besucher zu einer kurzen Rast einzuladen.

In 2009 wurden die sehr betagten und größtenteils maroden Sitzbänke erneuert und die Außenanlage wieder herausgeputzt.

Im Sommer 2015 erhielten die sanitären Anlagen einen großzügigen und den heutigen Gegebenheiten entsprechenden Anbau, wobei die Arbeiten in Eigenleistung von den Mitgliedern des Rhönklubs geleistet wurden.

Mit dem Einbau der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Anbaus sowie der Installation einer Fahrradladestation ist das Areal am Wartturm seit Herbst 2017 energetisch auf dem neuesten Stand. Mit der Einrichtung eines Hotspots für kostenfreies WLAN der Fa. Rhönnet GmbH aus Eichenzell hat der historische Wartturm nun endgültig den Anschluss an die Zukunft gefunden.

Mittlerweile ist der Wartturm mit seinem Naherholungsgebiet auch überregional bestens bekannt. Gerade in den Sommermonaten von April bis September bietet der Rhönklub-Zweigverein Eichenzell mit seinen über 600 Mitgliedern eine aktive Freizeitgestaltung mit erholsamen Wanderungen an. Außerdem werden an der Wartturmanlage Grillfeste sowie Kinder- und Jugendveranstaltungen durchgeführt.

 

Quellen:

  • Materialien zum Heimatkunde-Unterricht (Memento vom 1. Mai 2015 im Internet Archive), herausgegeben vom Landkreis Fulda auf medienzentrum-fulda.de (PDF; 1,4 MB)
  • Wilhelm Helmer: Die Warttürme rund um Fulda in „Buchenblätter – Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde“, 51. Jahrgang Nummer 15, 12. August 1978 (S. 57–59 in der Fuldaer Zeitung)